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Sapa

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Unsere Erlebnisse in Sapa können hier bei Di nachgelesen werden. Ich beschränke mich auf ein paar Fotos:

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Fazit Vietnam

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Die letzten Tage haben wir im Bergland verbracht, wo wir etwas über die ethnischen Minderheiten lernen konnten (Beitrag wird nachgereicht).
Und nun sitzen wir in einem zugigen Garagenrestaurant in Dien Bien Phu über gebratenem Reis und grünem Gemüse und beschließen unseren Aufenthalt in Vietnam mit dem restlichen Dalat-Wein vom Vorabend. Wie war Vietnam denn nun so?
Ein Resümee. (Vorsicht: es handelt sich um unsere rein subjektiven Erfahrungen aus der nicht-repräsentativen Zeitspanne von 5 Wochen Aufenthalt im Land)

Menschen
Die Vietnamesen sind ein selbstbewusstes Volk. Kein serviles „Buckeln“ vor uns „reichen“ Europäern (positiv), aber auch ohne die herzliche Gastfreundlichkeit manch anderer Völker (negativ). Sie sind uns Deutschen gar nicht so unähnlich. Sie sind professionell, effizient und ziemlich kaltschnäuzig. Nur wenige interessieren sich für unsere Kultur und wollen uns kennenlernen, normalerweise hat man nur Kontakt auf geschäftlicher Ebene (Problem dabei natürlich auch die Sprache, s.u.). Natürlich gibt es freundliche Leute. Aber die gibt es in Deutschland bekanntlich auch, oder?

Als Land des Lächelns würde man Vietnam also nicht gerade bezeichnen. Sollte eine Vietnamesin einmal lächeln, würde man es aufgrund der großflächigen Gesichtsmaske auch nicht bemerken. Überhaupt sind die Vietnamesinnen Meister der Selbstvermummung, nur noch übertroffen von afghanischen Burkha-Trägerinnen. Allerdings weniger aus religiösen Motiven. Sie wollen sich vor der Umwelt schützen (Staub, H1N1), vor allem aber vor der Sonne. Denn nur weiße Haut ist schick in Vietnam. Deshalb kombinieren sie zu langen Hosen und Blusen gern breitkrempige Hüte, besagte Gesichtsmasken, Handschuhe und das vielleicht genialste asiatische Kleidungsstück – die hautfarbene Spaltsocke. Also eine Socke, die man in Flipflops tragen kann.

Lebensstil
Ohne mich mit der Wirtschaft näher beschäftigt zu haben, würde ich sagen, Vietnam ist ein typisches Schwellenland, ein Emerging Market, arm und reich gleichermaßen. Es herrscht Aufbruchsstimmung. Überall wird gebaut, Straßen und Häuser. Die Straßen sind breit und geteert, die Häuser hoch, schmal und aus Beton. Seitlich haben sie keine Fenster, in Erwartung weiterer Häuser, die die Lücke schließen. Schön ist anders. Ein Betonklotz auf weiter Flur wirkt um so viel trostloser, als ein Holzhäuschen auf Stelzen in einem kleinen Dorf. Aber vielleicht sehen das die Bewohner anders. Sie lieben eben das „Moderne“. Wer das Alte sehen will, geht nach Hoi An. Dort findet man das alte Vietnam, schön konserviert, nach UNESCO-Standards aufgemöbelt, und man möchte sich einreden, dass es authentisch sei. Ist es aber nicht. Das echte Vietnam ist das mit den Betonhäusern und den Motorrädern am Straßenrand, die gleichzeitig als Freiluftsitzplatz und Jugendtreff dienen, das echte Vietnam ist das mit den Essensständen auf dem Bordstein, wo man auf Plastikhockern von 10 cm Höhe sitzt, mitten im tosenden Verkehr und Bier trinkt. Ob es uns gefällt oder nicht.

Essen
Super ist der vietnamesische Kaffee, stark, Mokka-artig und mit dem eigens dafür konstruierten Kaffeeaufsatz auf der Tasse gebrüht. Dazu gibt es Süßmilch (eine dickflüssige süße Kondensmilch). Das Essen hat uns nicht sehr überzeugt. Ich mag die scharfe aromatische Küche von Thailand, und die vietnamesische ist weder scharf noch aromatisch. Das meiste schmeckt ziemlich … neutral. Diana kritisiert die Zubereitung von Fisch, der (wie in verschiedenen Testreihen ermittelt wurde) immer so lange gebraten wird bis er trocken ist. Es gibt Ausnahmen. Was man in Vietnam hervorragend bestellen kann, ohne enttäuscht zu werden, ist die Pho (Nudelsuppe). Es ist eine würzige Brühe mit frischen Nudeln (nicht diese aus dem Instant-Päckchen) und Fleisch (meist Rind oder Hühnchen). Dazu bekommt man einen Teller voll frischer Kräuter, z.B. Thai-Basil, Minze, Salat und Sprossen, die man nach Belieben in die Suppe wirft. Gegen Ende unseres Aufenthalts haben wir sie sogar zum Frühstück dankbar geschlürft.

Außerdem positiv hervorgehoben haben sich die frischen Frühlingsrollen. Man darf sie manchmal selber rollen. Dann bekommt man Fleisch- oder Fischklöpschen, dazu frische Kräuter (s.o.), Gurke und manchmal Reisnudeln. Das ganze rollt man in hauchdünne Fladen von Reispapier. Die Rollen dippt man in die berühmte Fischsoße. Lecker!

Religion
Im Mekong-Delta, wo wir 4 Tage bei einer vietnamesischen Familie gewohnt haben, kam das Gespräch auf Religion. Mir war nämlich aufgefallen, dass die Tochter der Familie eine bunte Perlenkette mit sowohl einem Kreuz als auch einem Buddha dran um den Hals trug. Ich fragte sie, welche Religion sie denn habe. Sie sagte, keine. Sie trüge die Ketten nur so, weil sie ihr gefallen, nicht aus religiösen Motiven, und sie glaube auch nicht an irgendetwas. Das war hart. Klar, das trifft nicht auf alle Vietnamesen zu. Klar, bei uns geht es mit der Religion auch bergab. Und Klar, der Sozialismus hat den Religionen, hauptsächlich Buddhismus und Taoismus, schwer zugesetzt. Viele Klöster wurden geschlossen und Mönche zum Ablegen der Robe gezwungen. Heute gibt es zwar Klöster, wie das Zen-Kloster in Dalat, das ich besucht habe, aber man sieht kaum Mönche im Straßenbild. Anders als in Kambodscha, Thailand und Laos, wo buddhistische Mönche auch zum Empfang von Almosen ihre Runden machen. Die Sozialisten sahen das als Schmarotzertum und duldeten allenfalls Mönche, die ihren Lebensunterhalt durch Arbeit selbst bestreiten.

Touristische Infrastruktur
In Vietnam ist es einfach, von A nach B zu kommen (wenn nicht gerade Tet-Fest ist). Manchmal zu einfach. Man muss sich um gar nichts mehr kümmern. Kein Tourist läuft heutzutage durch die Stadt auf der Suche nach dem Busbahnhof und dort nach dem richtigen Bus, der nach B fährt. Denn heute kann man in jedem Hotel ein Busticket buchen, und man wird auch gleich dort abgeholt. Leider ist dieser Service mit gewissen Kosten verbunden, die man dann erfährt, wenn man das Ticket in den Händen hält. Dort steht nämlich der reale Preis des Tickets schwarz auf weiß, der den bezahlten oftmals um die Hälfte unterschreitet. Hartes Touristenleben! Mit der Ausstattung des gewählten Vehikels kann man Glück oder Pech haben. Meist ist für alle Annehmlichkeiten gesorgt. Der Bus hält regelmäßig zur Pinkelpause und einmal zur Mittagessenpause. Das gilt nicht, wenn B abseits ausgetretener Touristenpfade liegt. Dann hält der Bus nur, um noch mehr Dörfler mit noch mehr Paketen einsteigen zu lassen. Essen gibt es nicht, und Pinkeln nur, wenn man sich nicht scheut, wie die Einheimischen auf offener Flur die Hosen runterzulassen. Hartes Abenteurerleben!

Sicherheit
Von manchen Reisenden haben wir gehört, dass ihnen Geld gestohlen wurde, ihre Sachen im Hotel durchwühlt wurden oder absichtlich zu wenig Geld herausgegeben wurde. Uns ist das alles nicht passiert. Was wir verloren haben (Handy, USB-Sticks, Kopfhörer), haben wir unserer eigenen Schusseligkeit zuzuschreiben. Sieht man von an Kriminalität grenzenden Verkaufsgesprächen ab, kann Vietnam als sehr sicheres Reiseland eingestuft werden.

Was die Sicherheit des Reisenden beeinträchtigen kann, ist allenfalls der Verkehr. Wenn man’s hier über die Straße schafft, dann schafft man’s überall. (Ich glaube, das hatte ich schon mal geschrieben). Man hat das Gefühl, dass es mehr Motorräder gibt als Menschen. (hmm… fahren die Hunde auch Motorrad?)

Natur
In Vietnam gibt es wundervolle Landschaften. Vor allem die Gegend um Dalat hat mir gefallen, die Halong Bucht, der Dschungel auf Cat Ba und das Hochland um Sapa und bis zur laotischen Grenze. Nur ist man selten mit der Natur allein. Vietnam ist ein dicht besiedeltes Land und wo immer möglich, wird es bewohnt und bebaut. Selbst in der Halong Bucht siedeln Leute im Wasser. Und an den steilen Hängen des Hochlands dienen die malerischen Reisterrassen zwar auch als Fotomotiv, aber hauptsächlich als Lebensgrundlage. Unberührte Natur sieht man selten, man muss dafür in sehr abgelegene Gegenden oder in Nationalparks gehen.

Sprache
Während unseres Aufenthalts in Vietnam habe ich genau zweimal Westler vietnamesisch reden hören. Einer von beiden wurde halbwegs verstanden. Ok, ich bin sicher, dass Nicht-Vietnamesen existieren, die vietnamesisch sprechen, aber der gemeine Tourist tut gut daran, es nicht mal zu versuchen. Zeichensprache wird im Allgemeinen besser verstanden. Grund sind die Tonhöhen. Es gibt derer sechs, darunter so exotische wie der aufsteigend gebrochene. Er beginnt etwa in der Höhe des Normaltons, fällt dann etwas nach unten ab und steigt nach einer kurzen Unterbrechung wieder nach oben an.

Überflüssig zu sagen, dass eine Silbe bei Wahl einer anderen Tonhöhe eine komplett andere Bedeutung hat – oder einfach keinen Sinn macht. Ich habe mit einem Mädchen vom Volk der schwarzen H’mong gesprochen, einer ethnischen Minderheit, die ihre eigene Sprache spricht. Sie hat selbst darüber geklagt, dass sie von Vietnamesen kaum verstanden wird und lieber Englisch spricht. Siehste.

In diesem Sinne, Tam biet Vietnam, Sabai dii Laos

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Halong Bucht – eine Pauschalreise

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Wir sitzen über unserem vietnamesischen Süßmilchkaffee und versuchen, einen klaren Gedanken zu fassen, während die Angestellte des Astoria-Hotels, nennen wir sie Frau Phuong, uns in einem ununterbrochenen Redefluss erklärt, welche Touren in die Halong Bucht sie im Angebot hat. Offenbar zeigen wir kaum Reaktion, denn sie fügt, leicht beleidigt, hinzu, dass sie uns nur helfen könne, wenn wir unsere Pläne und Wünsche offenlegten. Diana darauf, leicht gereizt (Kaffee-Pegel noch zu niedrig), dass sie gern ihre Pläne diskutieren würde, wenn sie denn einmal zu Wort käme. Wir wählen dann eine dreitägige Tour, in der Hoffnung, dass Frau Phuong, absorbiert von dem notwendigen Papierkram, für einen Moment still wäre.

Wir haben schließlich eine anstrengende Reise hinter uns. 16 Stunden in einem Zug von Da Nang in Zentralvietnam nach Hanoi im Norden. Wegen des Tet-Fests (chinesisches Neujahr) waren alle Züge so ausgebucht, dass wir gerade noch in diesem Zug die letzten Plätze erwischten, allerdings nicht im Schlafwagen. Wir hatten also Sitzplätze in einem Großraumabteil, zusammen mit ca. 50 Vietnamesen, darunter drei Kleinkinder. Die Vietnamesen haben sich mit ihrer Garderobe Mühe gegeben, und trugen zumeist Anzüge, oder Blusen und Blazer, statt den üblichen Pyjama-ähnlichen Ensembles. Denn sie wollten bei ihren Familien, die sie zum Tet-Fest besuchen, einen guten Eindruck machen. Bei uns wollten sie hingegen keinen guten Eindruck machen, denn sie schoben uns unverdrossen ihr Gepäck zwischen die Füße und machten jede Menge Dreck, indem sie jeglichen Abfall unter sich warfen. Wir kamen pünktlich um 4:10 in Hanoi an und nahmen ein Taxi durch die leeren nächtlichen Straßen zum Hotel „Astoria“, das wir per Internet gebucht hatten. Die Tür des Hotels war erwartungsgemäß verrammelt, aber nach einigem Klopfen konnte der Rezeptionist sich von seiner weichen Matratze trennen, auf der er die Nächte in der Lobby verbringt, und öffnete uns die Tür. Weiterhin erwartungsgemäß konnte er uns zu dieser unbuddhistischen Zeit nicht einchecken und so lungerten wir halbschlafend noch eine Stunde in der Lobby herum, bis er uns aus lauter Mitleid ein Zimmer gab, in dem wir bis zum Frühstück weiterschlafen konnten.

Es ist also nicht weiter verwunderlich, dass wir Frau Phuong nicht wirklich in ihren Ausführungen folgen können (sie erklärt gerade, dass wir woanders wohl eine billigere Tour finden, dann aber leicht in der Nacht kentern und ertrinken könnten, während das bei ihrer Tour nicht der Fall ist).

Schon am nächsten Morgen stechen wir mit der „Minh Hai“ (oder war es die „Minh Hang“? oder die „Hai An“?) von Halong City aus in See. Wir sind eine bunt gemischte Truppe. Es gibt außer uns einen Franzosen mit vietnamesischer Frau, ein australisches Pärchen, ein walisisches Pärchen und drei Chileninnen.

Es ist warm, allerdings diesig und trüb, ein Wetter, das uns schon seit der erwähnten Zugfahrt über den Wolkenpass kurz nach Da Nang begleitet. Das Meer ist spiegelglatt und ein leise brummender Motor schiebt unsere Dschunke, ganz traditionell aus dunklem Holz und mit ockerfarbenen Segeln, die zur Zierde ab und zu heraus gefahren werden, in die Bucht. Die Halong Bucht, was soviel wie „Bucht des untertauchenden Drachen“ heißt, ist ein 1500km² großes Gebiet im Golf von Tonkin, wo knapp 2000 Kalkfelsen, zumeist unbewohnte Inseln und Felsen, zum Teil mehrere hundert Meter hoch, aus dem Wasser ragen. Sie ist vielleicht das Highlight von Vietnam und bestimmt unser Hauptbeweggrund für den Besuch dieses Landes gewesen, also sind wir entsprechend aufgeregt.

Und nun gleiten wir hinein, in diese Landschaft aus tausenden schroffen Felsinseln, die aus der Ferne mal wie Gebirge, mal wie runde Knubbel wirken. Die Felsinseln tauchen aus dem Nebel auf, kommen näher, jetzt können wir die mit Pflanzen bewachsene Felsstruktur erkennen, dazwischen, dahinter der Blick in die Ferne, wo weitere hunderte, tausende solcher Inseln im Nebel liegen. Ich bin von der Atmosphäre begeistert und könnte mir kein besseres Wetter dafür vorstellen, aber die drei Chileninnen beschweren sich. Sie wollten Sonne haben und behaupten, es sähe gar nicht so aus wie auf den Fotos. Der Reiseleiter entschuldigt sich für das unpässliche Wetter, fügt aber hinzu, dass es für die Wintermonate typisch ist. Nordvietnam hat im Gegensatz zum Süden vier Jahreszeiten, und während des Winters ist es meist kühl und bedeckt. Die Chileninnen können also von Glück sagen, dass bei ca. 23 Grad nur letzteres zutrifft.

Unsere Tour beinhaltet verschiedene Aktivitäten, darunter das Besichtigen einer Tropfsteinhöhle und eine Kajak-Fahrt, bei der wir eine Felsinsel umrunden und durch ein schwimmendes Dorf fahren. Überall in der Bucht gibt es Ansiedlungen von meist Fischern oder Fischfarmern. Sie bestehen aus verbundenen Flößen aus Styropor-Schwimmkörpern, auf die bunt bemalte Holzhäuser gestellt werden, die gut und gerne aus dem Hela Gartencenter kommen könnten.

Für die Nacht ankern wir in einer Bucht, zusammen mit etwa 10 anderen Schiffen, wir betrachten ihre Lichter, die sich im Meer spiegeln und freuen uns, dass alle in leichter Schwimmweite liegen, nur für den Fall dass wir doch kentern…

Am nächsten Tag werden wir auf die Insel Cat Ba gebracht, die einzige größere Landmasse in der Halong Bucht und daher besiedelt. Etwa die Hälfte der Insel besteht aus Naturschutzgebiet, wo es noch die seltenen Cat Ba Lemuren gibt. Diese bekommen wir nicht zu Gesicht, als wir bei unserer Trekking-Tour in 2,5 Stunden einen Berg erklimmen, aber dafür macht sich ein Franzose als Brüllaffen-Imitator ganz gut.

Inzwischen hat sich die Zusammensetzung der Gruppe geändert. Jetzt lernen wir einen dänischen Kanadier und einen Türken aus Istanbul kennen. Alles hängt davon ab, welche Tour man bei welchem Anbieter gebucht hat.

Der Anfang ist noch einfach. Der Touristenstrom wird mit Minibussen zum Hafen von Halong City gebracht. Nun gibt es die eintägige Tour in die Bucht, die zweitägige Tour mit Übernachtung auf dem Boot und die dreitägige Tour mit weiterer Übernachtung auf der Insel Cat Ba. Es gibt die billige Tour, die mittlere Tour und die luxuriöse Tour, was sich in Essen und Ausstattung niederschlägt. Fast jeder zahlt einen anderen Preis, aber unsere mittlere Tour mit mittlerem Preis scheint für uns die richtige Wahl gewesen zu sein. Es gibt weiterhin verschiedene Programme, ob man nun Kayaking, Trekking, Mountainbike oder zur Affeninsel rüberfahren mag. Je nach Buchung all dieser verschiedenen Konfigurationen werden die Touristen nun nach einem sehr komplizierten Algorithmus, aber ganz ohne Computer, auf Boote verteilt. Nach Ausführung der ersten gemeinsamen Aktivitäten werden die Karten neu gemischt. Dann steuert man plötzlich ein anderes Boot an, und der Reiseleiter erklärt, dass jemand nun das Boot zu wechseln hat (z.B. die zwei Personen, die Mountainbike gebucht haben). So hangelt man sich durch, immer dem (jeweils gültigen) Reiseleiter nach.

Wir haben uns eine kleine Sonderbehandlung erlaubt, indem wir bei Frau Phuong ein offenes Rückfahrticket gekauft haben. Wir wollten nämlich, so es uns auf der Insel gefällt, dort etwas länger bleiben.

Hier hat das System versagt. An dem Morgen, als wir abreisebereit in der Lobby stehen, sehen wir einen Minibus nach dem anderen vorbeiziehen – aber keiner hält für uns an. In Vietnam sind die Busse immer pünktlich und so werden wir nach kurzer Zeit unruhig. Als eine Stunde verstrichen ist, rufen wir Frau Phuong an, die nach Rücksprache mit dem Reiseleiter entschuldigend zugibt, dass er uns vergessen hat. Das Boot ist nun schon weg. Etwas enttäuscht schleppen wir das Gepäck wieder in die Zimmer, aber andererseits ist es egal, wir haben ja keinen Zeitdruck. Also leihen wir Motorräder aus und fahren über die Insel, was in der reizvollen Landschaft ein großer Spaß ist. Dann wandern wir durch den dichten Dschungel zum sogenannten „Frog Pond“, einem urzeitlich anmutenden Teich mitten im Urwald. Am Ende sind wir froh, dass wir diesen Tag noch hatten.

Weitere Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Vịnh_Hạ_Long
Und hier voten für die 7 neuen Weltwunder: http://www.new7wonders.com

Achtung, diesmal ziemlich viele Fotos, konnte mich nicht entscheiden ;)

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Morgens halb 7 in Vietnam…

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Weitere Infos zu Hoi An, wo diese Fotos geschossen wurden, gibt es in Dianas Beitrag hier.

Saigon voller Leben, Dalat voller Romantik

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Saigon
Nach den Tagen im Mekong-Delta freuten wir uns auf die Annehmlichkeiten der Großstadt. Saigon empfing uns auf die angenehmste Art. Nach ein paar verregneten kühlen Tag schien die Sonne besonders freundlich, und die Luft war klar. Wir bewunderten die französische Kolonialarchitektur und die breiten Alleen. Wir fanden ein großartiges – ahem – italienisches Restaurant, das so gute Pasta und Pizza hatte (Spaghetti Vongole / 2 EUR), dass wir gleich drei mal hingingen. Der Geldautomat machte uns zu Dong-Millionären, und als solche gönnten wir uns etwas Shopping (Kleid aus Seide, Schmuck).

Unser Minihotel lag in einer der engen Seitenstraßen (genannt Hem) der Pham Ngu Lao, die glücklicherweise vom Durchgangsverkehr abgeschirmt sind. Nachts war es ganz ruhig und morgens wachte ich mit dem Ruf einer Taube auf, die im Vorgarten im Käfig saß. Als ich am ersten Morgen aus dem Hotel kam, war ich überrascht. Die Gasse hatte sich in eine Frühstücksmeile verwandelt, überall saßen die Leute auf Plastikhockern in Kinderzimmergröße und schlürften Nudelsuppe. Dazwischen verkauften andere Leute Fleisch und Fisch.

Ich wage folgende Behauptung: wer in Saigon die Straße überqueren kann, der schafft es überall. Was durch die durchschnittlich 3-spurigen Straßen strömt, kommt einem Fischschwarm aus silbrig glänzenden Mopeds gleich, die auf wundersame Art ihren Fluss synchron halten, ohne dass es erkennbare Regeln gäbe. Dazwischen bewegen sich auch mal ein paar dickere Fische, nämlich Taxis und Busse. Wenn man einmal durch diesen Strom gekreuzt ist, indem man langsam vorwärts geht und merkt, wie der Schwarm beginnt um einen herum zu fließen, fühlt man sich danach wie neu geboren. Wenn der Gestank nicht wäre. Um diesem zu entgehen, habe ich mir einen typisch asiatischen Mund- und Nasenschutz gekauft.

Da Lat
In dieser Stadt lässt sich etwas über die vietnamesische Volksseele lernen. Und die liebt – Kitsch. Da Lat, die Stadt der Blumen, ist erste Wahl bei vietnamesischen Flitterwöchlern. Sie bevölkern den botanischen Garten, wo sie zwischen bunten Beton-Tieren und Blumenrabatten flanieren, sie fotografieren sich vor dem Datanla-Wasserfall (mit beiden Händen ein Peace-V zeigend), und fahren mit Sommerbob und Kabinenbahn die Berge hinauf und hinab.

Nachdem der altersschwache Bus (immerhin mit Liegebetten ausgestattet) aus Saigon acht Stunden lang durch die Berge geächzt ist, fiel uns allerdings zuerst die Kälte auf. In Da Lat, der Stadt des ewigen Frühlings, ist die Luft tatsächlich sehr klar und frisch, wie an einem deutschen Spät-Mai-Tag. Kommt man morgens auf die Straße, dann schaudert man noch in der kühlen Luft und sucht instinktiv die Sonne, um sich die Glieder aufzuwärmen. Gegen Mittag wird die Luft warm, dann heiß, und man könnte sich vorstellen, ins Schwimmbad zu gehen. Die Hitze treibt den zahlreichen Kiefern ihren Duft aus den Nadeln. Man fühlt sich wie in Südfrankreich. Nur der Abend kommt zu früh, schon um 6 Uhr wird es dunkel, aber es wäre noch angenehmes Grillwetter. Die Vietnamesen schlagen die Kragen ihrer Wintermäntel höher, während sie an den Flip-Flop-bewehrten Füßen nicht zu frieren scheinen. Danach kriecht die nächtliche Kälte herbei, und man freut sich auf eine heiße Dusche und ein kuscheliges Bett.

Die Fahrt von Da Lat nach Nha Trang in einem wiederum antiken Liegebus führte durch eine sehr schöne hügelige Landschaft mit vielen Gewächshäusern auf terrassenartig angelegten Feldern. Da Lat, die Stadt des Gemüseanbaus, ist auch ein wichtiger Exporteur von Obst und Gemüse, neben Orchideen und Schnittblumen, Kaffee und dem (durchaus süffigen) Dalat-Wein. Nachdem der Bus sich drei Stunden lang in Serpentinen die Berge hinunter geschraubt hatte, vernahmen wir verdächtigen Qualm, der unter den Radkästen hervorquoll. Als wir zur Mittagspause aus dem Bus stiegen, begann der nicht besonders beunruhigte Fahrer, die rauchenden Bremsen mit Wasser abzuspritzen. Während wir unseren Reis aßen, erschreckte uns ein lauter Knall. Ein Reifen war geplatzt. Sogleich strömten alle Insassen zum Bus, um sich das Malheur anzuschauen. Der Reifen selbst war noch fahrtüchtig (Zwillingsreifen, habe ich mir sagen lassen), aber der Bus war voll Qualm und die Bodenplatte war herausgeschlagen worden. Ich kämpfte mich durch den Qualm, um meinen Rucksack zu bergen (ich ging von längerer Wartezeit aus), und fand meinen Platz voll Spanplatten-Splitter und eine Traube von anderen Reisenden, die Fotos von dem Loch im Bus machten. Entgegen meiner Erwartungen konnten wir schon eine halbe Stunde später weiterfahren. Dass wir danach noch etwa 40km durch Baustelle fuhren, wo die Straße aus Schotter und Sand bestand, der durch die kaputte Bodenplatte in den Bus geschleudert wurde, machte die Fahrt nicht angenehmer. Ich drückte meinen Schal aufs Gesicht und dachte an meinen schönen Mund- und Nasenschutz, der sicher im Gepäckraum verstaut lag.

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Vietnam ist anders

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Wir haben es schon an der Grenze gemerkt. Ein Grenzübergang auf dem Boot. Unterwegs von Phnom Penh nach Chau Doc (der ungefähr ersten Stadt auf Vietnam-Seite) kam eine dynamische kleine Frau ins Boot, die unsere Reisepässe einsammeln wollte. Ich wurde gleich skeptisch – wieder der Versuch, aus den Touristen ein paar Dollar mehr rauszuschlagen, für keinen nennenswerten Service? Nein nein, das kostet nichts, beteuert sie. Dann macht sie uns Beine. “Hopp hopp, aus dem Boot, da vorne die Ausreise bestätigen.” “Oder wollt ihr hier bleiben?”.
Bitte – Geduld, ihr habt es hier mit Thailand und Kambodscha-geprüften Touristen zu tun. In Kambodscha geht alles langsam. Wenn man in Kambodscha im Hotel etwas fragt, lächelt der Gefragte entschuldigend und rennt weg. Manchmal kommt er mit jemandem zurück, der englisch kann. Wenn man etwas bestellt, schaut der Kellner oft lange nachdenklich auf den Eintrag der Speisekarte, auf den man gezeigt hat, und scheint sich keinen Reim darauf machen zu können. Dann nickt er und geht weg. Oft war ich überrascht dass dann trotzdem das richtige kam. Wenn etwas nicht zu haben ist, wird das zunächst verschwiegen (vielleicht fällt es ja nicht auf?). Erst wenn man nachfragt “Wo bleibt denn der Orangensaft”, kommt ein “sorry…finished!”. Oft legen die Kambodschaner eine schüchterne Unterwürfigkeit an den Tag, die uns wohl besänftigen soll, während sie die geforderte Aufgabe kaum erfüllen.

In Vietnam – keine Spur davon! Die Vietnamesen sind energisch, selbstbewusst und stolz.
Im Restaurant in Vietnam: die Bedienung kommt, kann entweder englisch oder erzählt uns was auf vietnamesisch, empfiehlt uns ein paar Sachen von der Karte, läuft weg, rechnet woanders ab, kommt wieder, bringt Besteck, alles ungefähr im Laufschritt. Schreibt sich die Bestellung blitzartig auf und bringt auch gleich die Rechnung.

So sind die Vietnamesen. Sie wuseln den ganzen Tag herum. Jeder geht eilig seiner Wege. Man merkt direkt, dass man sich in einem Land befindet, das wirtschaftlich nach oben will. Und das, wo es sozialistische Republik heißt. Vom Sozialismus ist nur noch der Name und der gelbe Stern auf rotem Grund übrig.

Im Mekong-Delta
Hier wird der mächtige Mekong zum “neunköpfigen Drachen”, obwohl er weit mehr als neun “Köpfe” bildet, die sich ins südchinesische Meer ergießen. Das ganze riesige Gebiet ist von Wasser durchzogen, vom privaten Minikanal neben dem Haus bis zum schiffsverkehrtauglichen Fluss. Dazwischen Landwirtschaft. Im Delta wird bis zu drei mal im Jahr Reis geerntet. Außerdem wird Obst und Gemüse angebaut.

Und da wollten wir hin. Natürlich nicht als Tagesausflügler aus Saigon, sondern richtig eintauchen. Wir fanden einen “Homestay” (also eine Familie, die einen Touristen aufnimmt und versorgt). Es ist recht populär im Delta, wo es in den Dörfern keine Hotels gibt. Wir machten uns erst mal per Bus auf den Weg nach Can Tho, der größten Stadt im Delta. Dort sollte uns Minh, der älteste Sohn der Familie, abholen. Er kam – auf einem Moped. Jetzt stellte sich die Frage, wie er uns beide mit unser beider Gepäck auf dem Moped zu transportieren gedachte? Er war ziemlich ratlos, machte Kommentare über meinen Kofferrucksack, der ziemlich groß sei usw., aber ich frage mich noch heute, was hat er erwartet? Zwei kleine Vietnamesinnen mit je einem Handtäschchen? Wir deuteten dann irgendwann auf ein Taxi und sein Gesicht erhellte sich. Es gab doch eine Lösung! Das Taxi brachte uns zu einem Fluss, wo Mutter und Tochter der Familie auf einem kleinen Plastikkanu auf uns warteten. Den Rest der Strecke legten wir auf dem Fluss zurück und glücklicherweise ohne dass irgendein Gepäckstück ins Wasser fiel.

Das Mekong-Delta ist kein romantischer Ort. Hier wird Geld gemacht. Geackert, geschuftet, geerntet. Überall wo kein Feld oder Obstbäume stehen, quetschen sich Häuser hin. Bei unserem “Wandertag”, einem Versuch die nähere Umgebung zu erkunden, haben wir das ganz normale Leben gesehen, keine tollen Landschaften oder Sehenswürdigkeiten. So war auch unsere Gastgeber-Familie. Eine ganz normale Familie. Vater, Mutter, 3 Kinder und Oma im Haus. Der älteste Sohn (22) war schon ausgezogen, die jüngste Tochter (15) am eifrigsten am Englisch üben mit uns. Die anderen beiden Söhne waren eher schüchtern. Mit Vater, Mutter und Oma konnten wir nur reden, wenn einer zum übersetzen da war – leider! Wir saßen auf harten Holzbänken mit Tatami-Matten, rollten die leckersten Reispapier-Frühlingsrollen und frittiertem Fisch, und erfreuten uns an frischen Longans, ‘water apple’ und ’star apple’. Unser Familienvater hatte praktischerweise einen Longan-Hain im Garten.
(Wer sich dafür interessiert:
http://en.wikipedia.org/wiki/Longan
http://en.wikipedia.org/wiki/Syzygium_samarangense
http://en.wikipedia.org/wiki/Star_apple
)

Wir aßen brav unsere Nudelsuppe zum Frühstück, fuhren mit dem Boot zum schwimmenden Markt oder mit dem Moped zum richtigen Markt, ansonsten lagen wir vorm Haus in der Hängematte und versuchten mit dem misstrauischen Wachhund Freunde zu werden.

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