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Noch ein Wort zu Malaysia

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Nachdem Malaysia KEIN Land war, das auf meiner Reiseliste stand, ich dort aber umständehalber drei Wochen verbracht habe, versuche ich mir einen Reim auf dieses Land zu machen.
Bei der Ankunft in Malaysia fallen zwei Dinge auf:
1. Malaysia ist ein muslimisches Land (schon am Flughafen empfiehlt sich die „Bank Islam“ zum Geldwechseln, Frauen laufen verschleiert herum, Moscheen an jeder Straßenecke usw.) und
2. Malaysia ist ein modernes Land.
Letzteres könnte man vielleicht auch von Thailand sagen, aber Malaysia ist irgendwie – seriöser. Malaysia hat Autobahnen wie in Deutschland. Voll Mittelklasse-Autos. Keine Hundertschaften von Mopeds, keine Fahrradrikschas, keine Schlaglöcher. Malaysia will bis 2020 ein „entwickeltes“ Land sein (Vision 2020). Malaysia hat Rassenkonflikte (wer nicht), gibt aber allen Rassen Platz, mit dem Slogan 1Malaysia. Und Malaysia ist auch ein Urlaubsland. Allerdings hauptsächlich für Malaien und Araber.

Ein Beispiel: Pulau Redang ist eine Insel an der Ostküste der malaiischen Halbinsel, gesegnet mit weißen Stränden, tropischem Regenwald und traumhaften Korallenriffen. Angeblich steht das Eiland auf der Liste der 10 schönsten Inseln der Welt (nach welchen Kriterien entscheidet man sowas?!?). Vielleicht stellt man sich nun vor, hier in einer Hängematte zwischen zwei Kokospalmen die Tage zu vertrödeln, unterbrochen von Fisch-Barbecue und einem Schwimmchen im türkisblauen Meer. Weit gefehlt. Pulau Redang ist eine Insel für Pauschaltouristen. Und zwar ausschließlich. Eine Pauschalreise nach Pulau Redang, die bereits ab 80 EUR in der nächstgelegenen Stadt auf dem Festland, Kuala Terengganu, gebucht werden kann, beinhaltet die Überfahrt auf die Insel, zwei Übernachtungen, zwei Schnorchel-Ausflüge und Vollpension. Ohne Pauschalreiseticket ist es schlicht und einfach NICHT möglich, auf die Insel zu gelangen. Auch Verlängerungstage sind eher nicht erwünscht (und daher überteuert). Wahrscheinlich ist keinem Malaien je eingefallen, länger als die standard 3Tage-2Nächte auf dieser Insel zu bleiben. Zeit ist Geld und Urlaub ist kostbar. Und übrigens, für die Zukunft plant man die Begrenzung des Touristenstroms auf 160.000 pro Jahr, um durch die erzeugte Exklusivität mehr Geld zu scheffeln… äh nein, um die Riffe zu schützen, natürlich!

Kuala Lumpur (zu deutsch “schlammige Flussmündung”), die Hauptstadt von Malaysia, hat mir auf Anhieb gefallen. Eine facettenreiche Stadt, in der man sich leicht einfügt. Die meisten sprechen gutes Englisch, allein schon weil die 52% Chinesen, 39% Malaien und 6% Inder meist Englisch als kleinsten gemeinsamen Nenner haben. Die Stadt hat ein funktionierendes Verkehrssystem mit Metro, Monorail (a.k.a. Skytrain), Zug und Bus (auch das ist nicht selbstverständlich, siehe Phnom Penh, siehe Saigon). Die vielen Einwanderer haben ihre Landesküche mitgebracht, so kann man zwischen wunderbaren Gerichten wählen, z.B. südindische Dosas, chinesische Claypots und malaiisches Fischkopfcurry. Kein Moloch wie Bangkok, ist Kuala Lumpur (noch) überschaubar und ziemlich grün. Auf jeder nicht zubetonierten Fläche wachsen riesige Bäume, Palmen, Grünpflanzen, das tropische Gewächshaus-Klima lässt das Leben nur so explodieren. Der Vogelpark von Kuala Lumpur (angeblich der größte Freiflug-Vogelpark der Welt) und überhaupt alle Grünflächen sind wunderschön. Kuala Lumpur – eine Stadt in der man leben könnte.

Malaysia erstreckt sich über die Halbinsel südlich von Thailand und den Westteil der Insel Borneo. Borneo – was für ein Name. Endlose Regenwälder, Orang Utans, Stämme ehemaliger Menschenfresser und Kopfjäger, die vielleicht noch immer im Urwald leben? Auch hier sieht die Wahrheit anders aus. In etwa die Hälfte der Landfläche (zumindest des malaiischen Teils) ist für Ölpalmenplantagen kultiviert worden, eine der Haupteinnahmequellen des Landes. Orang Utans kann man im Orang Utan Rehabilitation Centre besichtigen, das im Übrigen ganz easy mit einem AirAsia Billigflug Kuala Lumpur – Sandakan zu erreichen ist, und die Kopfjäger (nunja, das ist nun Spekulation) jagen wahrscheinlich Touristen mit ihren Souvenirs hinterher.
Ich war noch nicht auf Borneo, habe diese Infos aber aus erster Hand, dem AirAsia Travel3Sixty Magazin entnommen. Und, will ich immer noch nach Borneo? Ich könnte mir jetzt einreden, dass es im indonesischen Teil Borneos anders zugeht, die Anreise zwei Tage dauert mit abgewrackten Minibussen und kaum Touristen und wilde Natur usw. Aber bleiben wir auf dem Teppich. Wilde Natur gibt es höchstens noch dort, wo sie wirklich schwer erreichbar ist oder wo es so ungemütlich ist, dass weder Touristen noch Einheimische dahin wollen und wo auch keine Landwirtschaft in irgendeiner Form möglich ist.

Das Schöne am Reisen ist ja, dass man sich von allen möglichen Illusionen befreit. Vielleicht deshalb will ich immer noch nach Borneo.

Ein paar Eindrücke aus Kuala Lumpur:

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Die Zwischenstop-Insel

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Nach dem Meditationskurs und vor der Ankunft von Moh sind wir nach Pulau Perhentian, ein paar Tage zu entspannen. (Pulau Perhentian heißt soviel wie Stopover Island).

Hier ein paar Fotos von der Insel…

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