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Letzte Tage in Südafrika

| Posted in Südafrika |

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Südafrika ist ein wunderschönes, aber nicht ganz unbeschwertes Land. Es leidet unter einem Graben zwischen Arm und Reich, der so weit wie kaum anderswo klafft.

Da ist die westlich geprägte Mittelschicht, in der man sich ganz wie in Deutschland fühlt.
Man hat studiert, man arbeitet in Konzernen, man wohnt in einer hübschen von Elektrozaun umgebenenen Trutzburg (auch Wohnsiedlung genannt) und fährt ein Auto deutscher Marken. Am Wochenende bevölkert man Restaurants und Kneipen und erzählt Freunden von dem letzten Wochenendtrip nach Mosambik mit dem Billigflieger.

Da ist auch die Unterschicht, jene Masse von Menschen, die in endlosen Wellblechsiedlungen wohnt. Sie haben keine Ausbildung, finden keine Arbeit und fristen ihr Leben in Armut oder versuchen sich in Gewaltverbrechen.
In der Stadt trifft man sie als Bettler oder als Verkäufer von Zigaretten, Süßigkeiten, Gürteln oder Staubwedeln an den Ausfallstraßen. Manche treten der Auto-Bewachungs-Mafia bei. Möchte man in eine beliebige Parklücke in der Stadt einparken, rennen diese mit gelben Signalwesten bekleideten Typen herbei und winken einen in die Lücke. (Das hat nichts damit zu tun, dass man als Frau mutmaßlich nicht einparken kann. Bei Männern tun sie es auch.) Verlässt man die Parklücke wieder, winken sie einen wieder heraus. In der Zwischenzeit haben sie es vor Dieben beschützt.
Beim Ausparken kann es zu Konflikten kommen, wenn nun z.B. ein anderer Parkwächter herbeieilt und die zwei Rand einstecken will, die dem ersten zugestanden hätten. Dann muss man dafür sorgen, dass das Geld gerecht und an den Richtigen verteilt wird, denn wenn man unangenehm auffällt oder überhaupt nicht zahlt, kommt das Auto auf die schwarze Liste. Dann wird es beim nächsten Mal zerkratzt.

Südafrika hat also soviele Probleme wie Bevölkerungsgruppen, und noch mehr. Aber Südafrika ist auch das Land, in dem wir so tolle Freunde gefunden haben wie in keinem anderen. Die Gastfreundschaft, die wir bei Fumane, Lethlo, Pfukani, Jeanne und Hannes erlebt haben, hat uns ein wirklich traumhaftes Ende unserer langen Reise beschert. Die weißen ‘Afrikaner’ haben uns über die Unzulänglichkeiten der Schwarzen aufgeklärt. Mit den Schwarzen haben wir über die Weißen gelästert. So haben auch wir unser Teil zur Völkerverständigung beigetragen.

Jetzt stehen wir vor dem Ende der Reise (morgen fliegen wir nach Hause).
Viele Geschichten sind noch nicht erzählt, u.a. die Geschichte von unserem Farm-Aufenthalt. Deshalb wird dieses Blog vielleicht noch eine Weile weiterleben.

Trotzdem schicke ich schon mal hinaus in die Welt:
Ich wünsche euch allen wunderbare Weihnachten und ein glückliches neues Jahr 2011!

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Comments (2)

Hahaha… bei “the map of Afrika” musste ich grinsen… erinnert sehr an die Saarschleife.. hihihihi
Was mich verwundert ist das Heimreisedatum…
Ich hoffe der 21.12. stimmt noch als Ankunft.
Hier schwemmt gerade ein Regenschauer den Schnee weg und es wird glatt… börgs… aber es sind gute Aussichten für die Autofahrt am Dienstag…

Hey… you left without saying bye…? come back!!!