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In Afrika ticken die Uhren anders

| Posted in Tanzania |

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Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn wenn es in Tanzania 7 Uhr ist, dann sagt der Afrikaner 1 Uhr. Denn er verwendet die Greenwich Mean Time. Und das afrikanische Greenwich liegt in Ghana.

Afrika steckt also voller Überraschungen. Zum Beispiel Äthiopien. Ein Land, über das ich ein Bild hatte, ohne mich je informiert zu haben. Das Bild ist geprägt von Hungersnot und Dürre. Über Hunger wurde nämlich in meiner Kindheit im Fernsehen berichtet (ich muss etwa 6 gewesen sein), und seitdem kam keine neue Berichterstattung hinzu. Jetzt schaute ich beim Landeanflug auf Addis Abeba aus dem Fenster und stellte fest, Äthiopien ist grün! Auch der Flughafen von Addis Abeba ist angenehm, modern und voller Äthiopier, die mit einer Mischung aus afrikanischen und arabischen Zügen ausgesprochen gut aussehen.

Und dann, Tanzania. Schwarz-Afrika. Werden wir sofort beklaut werden, wenn wir ankommen? Wird uns gleich eine Tsetse-Fliege die Schlafkrankheit verpassen? Wird uns der Taxifahrer in eine zwielichtige Township bringen, wo die Polizei niemals vorbeikommt, um uns bis auf die Unterhose zu erleichtern?

Nein. Am Kilimanjaro-Flughafen im Norden von Tanzania ist in etwa so viel los wie am Flughafen von Zweibrücken in der Pfalz, nur dass auf dem Parkplatz mehr Offroader stehen und es keinen Germanwings Schalter gibt. Die einzige kriminelle Handlung, die zu beobachten ist, besteht in einer Taxifahrer-Preisabsprache ($50 für die Fahrt nach Moshi) in Kombination mit der Lüge, es gebe keinen Bus (der steht weiter hinten auf dem Parkplatz).

Von Moshi aus kann man den Kilimanjaro sehen, aber nur am frühen Morgen und manchmal am Nachmittag, wenn sich die Wolken verziehen. Jeder fragt uns, ob wir den Kilimanjaro, den höchsten Berg Afrikas, bestiegen haben oder besteigen wollen, aber wir wollen nicht. Die Tour dauert 5-7 Tage und der letzte Abschnitt davon fällt in die Kategorie Augen zu und durch, denn weil man auf 6000m Höhe unweigerlich Kopfweh und Höhenkrankheit bekommt und keine Akklimatisierung vorgesehen ist, will man es einfach nur hinter sich bringen, und schnell wieder runter. Dies und die Tatsache, dass der Spaß etwa $1000 kostet, bestätigt uns darin, lieber unten zu bleiben. Wir geben ja schon genug Geld aus für unsere Safari (Bericht folgt).

Moshi ist ein kleines Städtchen, das außer dem Bergsteiger-Tourismus hauptsächlich als Marktplatz für die Dörfer aus dem Umland dient. Die Frauen verkaufen aufgetürmte Orangen, Tomaten und Avocados, die Maasai verkaufen Heilmittelchen in Schraubdosen und die Schneider sitzen dicht an dicht an ihren Nähmaschinen und nähen Anzüge, Röcke und Blusen, was das Zeug hält.

Was haben wir also in den ersten Tagen in Tanzania gelernt?
- Es gibt abends keine Straßenbeleuchtung in Moshi, und wenn man von den Scheinwerfern entgegenkommender Autos zusätzlich geblendet wird, kann man leicht in ein Kanalloch fallen.
- Vor dem ATM steht ein Wachmann mit einem Gewehr
- In Moshi haben die Missionare ganze Arbeit geleistet. Die meisten Einwohner sind christlich und gehen sonntags in die Kirche (siehe Fotostrecke).
- Zum Essen gibt es Fleisch. Zum Beispiel gegrillte Ziege, gegrilltes Hähnchen mit Pommes (Kuku Chipsi) oder Ziegeneintopf
- Will man kein Fleisch, dann gibt es Ugali (Maispampe) mit Bohnen und grünem Gemüse oder Reis mit Bohnen und grünem Gemüse
- Es gibt auch Martabak, aber hier heißt es Sansibar-Pizza
- Die erste Kommunikation in Kisuaheli führen:
Karibu – Asante.
Mambo? Poa.
Habari? Salama.
Undsoweiter. Damit ist nichts gesagt, aber schon viel gewonnen.

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