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Saigon voller Leben, Dalat voller Romantik

| Posted in Vietnam |

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Saigon
Nach den Tagen im Mekong-Delta freuten wir uns auf die Annehmlichkeiten der Großstadt. Saigon empfing uns auf die angenehmste Art. Nach ein paar verregneten kühlen Tag schien die Sonne besonders freundlich, und die Luft war klar. Wir bewunderten die französische Kolonialarchitektur und die breiten Alleen. Wir fanden ein großartiges – ahem – italienisches Restaurant, das so gute Pasta und Pizza hatte (Spaghetti Vongole / 2 EUR), dass wir gleich drei mal hingingen. Der Geldautomat machte uns zu Dong-Millionären, und als solche gönnten wir uns etwas Shopping (Kleid aus Seide, Schmuck).

Unser Minihotel lag in einer der engen Seitenstraßen (genannt Hem) der Pham Ngu Lao, die glücklicherweise vom Durchgangsverkehr abgeschirmt sind. Nachts war es ganz ruhig und morgens wachte ich mit dem Ruf einer Taube auf, die im Vorgarten im Käfig saß. Als ich am ersten Morgen aus dem Hotel kam, war ich überrascht. Die Gasse hatte sich in eine Frühstücksmeile verwandelt, überall saßen die Leute auf Plastikhockern in Kinderzimmergröße und schlürften Nudelsuppe. Dazwischen verkauften andere Leute Fleisch und Fisch.

Ich wage folgende Behauptung: wer in Saigon die Straße überqueren kann, der schafft es überall. Was durch die durchschnittlich 3-spurigen Straßen strömt, kommt einem Fischschwarm aus silbrig glänzenden Mopeds gleich, die auf wundersame Art ihren Fluss synchron halten, ohne dass es erkennbare Regeln gäbe. Dazwischen bewegen sich auch mal ein paar dickere Fische, nämlich Taxis und Busse. Wenn man einmal durch diesen Strom gekreuzt ist, indem man langsam vorwärts geht und merkt, wie der Schwarm beginnt um einen herum zu fließen, fühlt man sich danach wie neu geboren. Wenn der Gestank nicht wäre. Um diesem zu entgehen, habe ich mir einen typisch asiatischen Mund- und Nasenschutz gekauft.

Da Lat
In dieser Stadt lässt sich etwas über die vietnamesische Volksseele lernen. Und die liebt – Kitsch. Da Lat, die Stadt der Blumen, ist erste Wahl bei vietnamesischen Flitterwöchlern. Sie bevölkern den botanischen Garten, wo sie zwischen bunten Beton-Tieren und Blumenrabatten flanieren, sie fotografieren sich vor dem Datanla-Wasserfall (mit beiden Händen ein Peace-V zeigend), und fahren mit Sommerbob und Kabinenbahn die Berge hinauf und hinab.

Nachdem der altersschwache Bus (immerhin mit Liegebetten ausgestattet) aus Saigon acht Stunden lang durch die Berge geächzt ist, fiel uns allerdings zuerst die Kälte auf. In Da Lat, der Stadt des ewigen Frühlings, ist die Luft tatsächlich sehr klar und frisch, wie an einem deutschen Spät-Mai-Tag. Kommt man morgens auf die Straße, dann schaudert man noch in der kühlen Luft und sucht instinktiv die Sonne, um sich die Glieder aufzuwärmen. Gegen Mittag wird die Luft warm, dann heiß, und man könnte sich vorstellen, ins Schwimmbad zu gehen. Die Hitze treibt den zahlreichen Kiefern ihren Duft aus den Nadeln. Man fühlt sich wie in Südfrankreich. Nur der Abend kommt zu früh, schon um 6 Uhr wird es dunkel, aber es wäre noch angenehmes Grillwetter. Die Vietnamesen schlagen die Kragen ihrer Wintermäntel höher, während sie an den Flip-Flop-bewehrten Füßen nicht zu frieren scheinen. Danach kriecht die nächtliche Kälte herbei, und man freut sich auf eine heiße Dusche und ein kuscheliges Bett.

Die Fahrt von Da Lat nach Nha Trang in einem wiederum antiken Liegebus führte durch eine sehr schöne hügelige Landschaft mit vielen Gewächshäusern auf terrassenartig angelegten Feldern. Da Lat, die Stadt des Gemüseanbaus, ist auch ein wichtiger Exporteur von Obst und Gemüse, neben Orchideen und Schnittblumen, Kaffee und dem (durchaus süffigen) Dalat-Wein. Nachdem der Bus sich drei Stunden lang in Serpentinen die Berge hinunter geschraubt hatte, vernahmen wir verdächtigen Qualm, der unter den Radkästen hervorquoll. Als wir zur Mittagspause aus dem Bus stiegen, begann der nicht besonders beunruhigte Fahrer, die rauchenden Bremsen mit Wasser abzuspritzen. Während wir unseren Reis aßen, erschreckte uns ein lauter Knall. Ein Reifen war geplatzt. Sogleich strömten alle Insassen zum Bus, um sich das Malheur anzuschauen. Der Reifen selbst war noch fahrtüchtig (Zwillingsreifen, habe ich mir sagen lassen), aber der Bus war voll Qualm und die Bodenplatte war herausgeschlagen worden. Ich kämpfte mich durch den Qualm, um meinen Rucksack zu bergen (ich ging von längerer Wartezeit aus), und fand meinen Platz voll Spanplatten-Splitter und eine Traube von anderen Reisenden, die Fotos von dem Loch im Bus machten. Entgegen meiner Erwartungen konnten wir schon eine halbe Stunde später weiterfahren. Dass wir danach noch etwa 40km durch Baustelle fuhren, wo die Straße aus Schotter und Sand bestand, der durch die kaputte Bodenplatte in den Bus geschleudert wurde, machte die Fahrt nicht angenehmer. Ich drückte meinen Schal aufs Gesicht und dachte an meinen schönen Mund- und Nasenschutz, der sicher im Gepäckraum verstaut lag.

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Vietnam ist anders

| Posted in Vietnam |

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Wir haben es schon an der Grenze gemerkt. Ein Grenzübergang auf dem Boot. Unterwegs von Phnom Penh nach Chau Doc (der ungefähr ersten Stadt auf Vietnam-Seite) kam eine dynamische kleine Frau ins Boot, die unsere Reisepässe einsammeln wollte. Ich wurde gleich skeptisch – wieder der Versuch, aus den Touristen ein paar Dollar mehr rauszuschlagen, für keinen nennenswerten Service? Nein nein, das kostet nichts, beteuert sie. Dann macht sie uns Beine. “Hopp hopp, aus dem Boot, da vorne die Ausreise bestätigen.” “Oder wollt ihr hier bleiben?”.
Bitte – Geduld, ihr habt es hier mit Thailand und Kambodscha-geprüften Touristen zu tun. In Kambodscha geht alles langsam. Wenn man in Kambodscha im Hotel etwas fragt, lächelt der Gefragte entschuldigend und rennt weg. Manchmal kommt er mit jemandem zurück, der englisch kann. Wenn man etwas bestellt, schaut der Kellner oft lange nachdenklich auf den Eintrag der Speisekarte, auf den man gezeigt hat, und scheint sich keinen Reim darauf machen zu können. Dann nickt er und geht weg. Oft war ich überrascht dass dann trotzdem das richtige kam. Wenn etwas nicht zu haben ist, wird das zunächst verschwiegen (vielleicht fällt es ja nicht auf?). Erst wenn man nachfragt “Wo bleibt denn der Orangensaft”, kommt ein “sorry…finished!”. Oft legen die Kambodschaner eine schüchterne Unterwürfigkeit an den Tag, die uns wohl besänftigen soll, während sie die geforderte Aufgabe kaum erfüllen.

In Vietnam – keine Spur davon! Die Vietnamesen sind energisch, selbstbewusst und stolz.
Im Restaurant in Vietnam: die Bedienung kommt, kann entweder englisch oder erzählt uns was auf vietnamesisch, empfiehlt uns ein paar Sachen von der Karte, läuft weg, rechnet woanders ab, kommt wieder, bringt Besteck, alles ungefähr im Laufschritt. Schreibt sich die Bestellung blitzartig auf und bringt auch gleich die Rechnung.

So sind die Vietnamesen. Sie wuseln den ganzen Tag herum. Jeder geht eilig seiner Wege. Man merkt direkt, dass man sich in einem Land befindet, das wirtschaftlich nach oben will. Und das, wo es sozialistische Republik heißt. Vom Sozialismus ist nur noch der Name und der gelbe Stern auf rotem Grund übrig.

Im Mekong-Delta
Hier wird der mächtige Mekong zum “neunköpfigen Drachen”, obwohl er weit mehr als neun “Köpfe” bildet, die sich ins südchinesische Meer ergießen. Das ganze riesige Gebiet ist von Wasser durchzogen, vom privaten Minikanal neben dem Haus bis zum schiffsverkehrtauglichen Fluss. Dazwischen Landwirtschaft. Im Delta wird bis zu drei mal im Jahr Reis geerntet. Außerdem wird Obst und Gemüse angebaut.

Und da wollten wir hin. Natürlich nicht als Tagesausflügler aus Saigon, sondern richtig eintauchen. Wir fanden einen “Homestay” (also eine Familie, die einen Touristen aufnimmt und versorgt). Es ist recht populär im Delta, wo es in den Dörfern keine Hotels gibt. Wir machten uns erst mal per Bus auf den Weg nach Can Tho, der größten Stadt im Delta. Dort sollte uns Minh, der älteste Sohn der Familie, abholen. Er kam – auf einem Moped. Jetzt stellte sich die Frage, wie er uns beide mit unser beider Gepäck auf dem Moped zu transportieren gedachte? Er war ziemlich ratlos, machte Kommentare über meinen Kofferrucksack, der ziemlich groß sei usw., aber ich frage mich noch heute, was hat er erwartet? Zwei kleine Vietnamesinnen mit je einem Handtäschchen? Wir deuteten dann irgendwann auf ein Taxi und sein Gesicht erhellte sich. Es gab doch eine Lösung! Das Taxi brachte uns zu einem Fluss, wo Mutter und Tochter der Familie auf einem kleinen Plastikkanu auf uns warteten. Den Rest der Strecke legten wir auf dem Fluss zurück und glücklicherweise ohne dass irgendein Gepäckstück ins Wasser fiel.

Das Mekong-Delta ist kein romantischer Ort. Hier wird Geld gemacht. Geackert, geschuftet, geerntet. Überall wo kein Feld oder Obstbäume stehen, quetschen sich Häuser hin. Bei unserem “Wandertag”, einem Versuch die nähere Umgebung zu erkunden, haben wir das ganz normale Leben gesehen, keine tollen Landschaften oder Sehenswürdigkeiten. So war auch unsere Gastgeber-Familie. Eine ganz normale Familie. Vater, Mutter, 3 Kinder und Oma im Haus. Der älteste Sohn (22) war schon ausgezogen, die jüngste Tochter (15) am eifrigsten am Englisch üben mit uns. Die anderen beiden Söhne waren eher schüchtern. Mit Vater, Mutter und Oma konnten wir nur reden, wenn einer zum übersetzen da war – leider! Wir saßen auf harten Holzbänken mit Tatami-Matten, rollten die leckersten Reispapier-Frühlingsrollen und frittiertem Fisch, und erfreuten uns an frischen Longans, ‘water apple’ und ’star apple’. Unser Familienvater hatte praktischerweise einen Longan-Hain im Garten.
(Wer sich dafür interessiert:
http://en.wikipedia.org/wiki/Longan
http://en.wikipedia.org/wiki/Syzygium_samarangense
http://en.wikipedia.org/wiki/Star_apple
)

Wir aßen brav unsere Nudelsuppe zum Frühstück, fuhren mit dem Boot zum schwimmenden Markt oder mit dem Moped zum richtigen Markt, ansonsten lagen wir vorm Haus in der Hängematte und versuchten mit dem misstrauischen Wachhund Freunde zu werden.

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Der Überlebenshelfer

| Posted in Kambodscha, Reportage |

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In Phnom Penh kann man sich als Tourist den ganzen Tag unheimlich gut fühlen. Weil man ständig Gutes tut. Man speist in Restaurants, die ehemalige Straßenkinder zu Köchen und Kellnern ausbilden und trinkt gerne noch ein Glas Wein – für den guten Zweck. Man kauft in hübschen Boutiquen bunte Ketten, zwar überteuert, aber dafür von Waisen aus alten Verpackungen gebastelt. Man nimmt trotz infernalen Verkehrs eine Fahrradrikscha und unterstützt damit eine Fahrradrikschafahrer –Hilfsorganisation.

In Phnom Penh gibt es Entwicklungshilfe-Organisationen an jeder Ecke. Um Gutes zu tun, braucht man sich nicht die Hände schmutzig zu machen. Es reicht schon, ein paar Dollar springen zu lassen.

Oder man macht es wie David. Sein Projekt hat keinen Namen, keine schicke Website und kein internationales Netzwerk.

Er fährt auf die Müllhalde, füttert die Kinder, und fährt wieder herunter. Einfach so.

„Seine“ Kinder leben nahe der „Stung Meanchey“ Müllhalde in einem Außenbezirk Phnom Penhs. Er traf sie zum ersten Mal vor sechs Jahren, als er entgegen aller Warnungen beschloss, sich an diesem Ort ein Bild von der Schattenseite der Drittwelt-Modernisierung zu machen. Damals lud er ein Auto voll mit Essen, fuhr hin – und kehrte mit Tränen in den Augen wieder zurück.

Rund 1000 Familien lebten damals auf, neben und von der Müllhalde, auf der täglich 1000 Tonnen Müll abgeladen wurden. Das Durchsuchen des Mülls nach recycelbaren und wiederverkaufbaren Teilen sicherte den Menschen ein Einkommen von 1-2 Dollar pro Tag. Das Risiko von Verletzungen und Krankheiten und das wenig einladende Umfeld nahmen sie dafür in Kauf. Es war ein gefährlicher und hässlicher Ort. David fragte sich, wie die Menschheit die Existenz dieses Orts überhaupt erlauben konnte. Und er begann, regelmäßig hinzufahren.
Manchmal war David nicht der einzige „Barang“ dort. Stung Meanchey wurde über die Jahre zu einem journalistischen Klischee. Es wurde beschrieben, gefilmt und fotografiert. Das Bild des lumpenbekleideten Kinds, das im qualmenden, von unsereins verursachten Wohlstandsmüll herumstochert, verkaufte sich gut. So wurden die Menschen von Stung Meanchey, von ihrer eigenen Gesellschaft marginalisiert, internationale Ikonen der Drittwelt-Armut. Der darauf folgende Spendenstrom erlaubte Hilfsorganisationen, Schulen und Ausbildungsmöglichkeiten für die Anwohner zu organisieren. Das Leben der Menschen blieb dennoch hart, und nun blicken sie in eine ungewisse Zukunft.

Im Juli 2009 wurde die Müllhalde geschlossen. Der Müll wird nun auf eine neue Deponie außerhalb der Stadt gebracht. Die Menschen bleiben ohne Einkommen zurück, und auch das öffentliche Interesse lässt nach. David setzt seine Touren davon unbeeindruckt fort. Er hat mit Journalisten ohnehin nicht viel am Hut. Er verachtet sie, die auf die Müllhalde kommen, ein paar Fotos machen, ein paar Fragen stellen und ein paar Lutscher verteilen. Er ist ein Mann der Tat. Als er vor einigen Jahren seiner englischen Heimat den Rücken kehrte, um die Pensionierung in Kambodscha verbringen, brach er alle Brücken hinter sich ab. Nun steht er jeden Abend in seiner kleinen Bar in Phnom Penh und schenkt Bier an ausländische Touristen aus. Jeden Morgen bricht er auf zu seiner Tour auf die Müllhalde. Dabei lässt er sich von freiwilligen Helfern, die er über Flugblätter und in seiner Bar anwirbt, begleiten. Jeder Freiwillige spendet etwas Geld, David organisiert ein paar Tuktuks, und so fährt der Hilfstrupp zum Einkaufen auf den Markt, wo David Stammkunde ist. Baguettes in großen Tüten sind schon abgepackt, dazu kauft er noch Obst der Saison, wie Äpfel, Orangen und Ananas. Mit einem Dollar, sagt er, kann er drei Kinder versorgen.

Bei der Ankunft am Rande der Müllhalde erwarten uns fröhlich winkend einige Kinder. Sie wissen schon, was los ist. Schnell werden zwei Reihen gebildet, eine für Kinder und eine für junge Mütter und Schwangere. Für letztere hat David eine extra Portion Vitamin C parat: Jede Frau bekommt außer den zwei Baguettes noch eine ganze Ananas. Während die Helfer anfangen, Brote und Obst aus dem Tuktuk auszugeben, sorgt David mit Nachdruck dafür, dass die Reihe eingehalten wird und sich keiner vordrängelt. Obwohl er kein Wort Khmer spricht, versteht jeder, was gemeint ist, wenn sein „come on boy, back into the line!“ über den Platz ertönt. Manchmal nimmt eine der zierlichen Frauen in den Arm – er überragt sie um Längen – und drückt sie. Sie freuen sich über die Zuneigung, die sie von einem so hochgeschätzten weißen Mann erhalten, während sie von den eigenen Landsmännern oft abschätzig behandelt werden.

Ich frage mich, wie es für die Leute hier weiter geht. Einige, so David, ziehen weg. Andere bleiben in ihren Hütten und suchen tagsüber in der Stadt nach Recycling-Müll oder verrichten kleine Jobs. Und sie haben David, der bleibt ihnen treu. Und er bringt ihnen weiterhin das Obst für die Gesundheit, das Weißbrot für die Moral und seine Zeit für die Seele. Nicht mehr – und nicht weniger.

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Gewinnspiel

| Posted in Allgemein |

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Ich möchte das Antwortverhalten meiner treuen Blog-Leser verbessern, und dazu ist mir jedes Mittel recht – wie wäre es also mit einem Gewinnspiel. Wenn es was zu gewinnen gibt ist doch sicher jeder dabei…?

Seit drei Wochen und über drei Länder hinweg war meine liebe Begleiterin Diana auf der Suche nach einem Produkt. Es war nirgends zu bekommen, die Asiaten hatte nicht mal Verständnis für ihren Wunsch. In Deutschland ist es Gang und Gebe, und auch hier existiert es, aber das Problem ist einer der Inhaltsstoffe. Dabei hat Diana keinerlei Allergien. Was könnte das sein?

Der Gewinner bekommt einen Brief mit einer Postkarte und einer kleinen Überraschung drin.

Viel Glück!

Die Geschichte von Boeng Ka(c)k

| Posted in Kambodscha, Reportage |

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Im Nordwesten Phnom Penhs liegt der See “Boeng Kak”, an dessen Ostseite sich einige Guesthouses angesiedelt haben. Man nannte es die “Lakeside”. Es war eine entspannte Gegend mit gemütlichen Hütten und Terrassen, teils auf Stelzen auf den See gebaut, die vor allem Rucksacktouristen anzog.

Damit soll es nun bald vorbei sein.

Im Februar 2007 hat die Stadtverwaltung verkündet, dass ein Pachtvertrag mit der Firma Shukaku Inc. ausgehandelt wurde, der dieser für 99 Jahre erlaubt, 133 Hektar des Seegebiets zu bebauen. Eingeschlossen ist die dazu notwendige Trockenlegung des Sees und Umsiedelung von 4000 Familien, die die Uferregion bewohnen.

Seit Anfang 2008 liegt am Ufer des Sees ein riesiges Rohr, durch das Sand aus dem Tonle-Sap-Fluss in den See gepumpt wird. Nur 10 Hektar Seefläche sollen übrig bleiben. Dass die Befüllung des Sees gewisse Nebeneffekte haben könnte, wurde kaum beachtet.

Das erste Problem ist das Entfernen des Sands aus dem Flussbett, was dazu führen könnte, dass das Flussufer instabil wird und Häuser am Fluss einstürzen. Etwas ähnliches ist im Dorf Koh Norea passiert, wo durch das Abpumpen des Flussbetts ein Erdrutsch ausgelöst wurde, bei dem Land und Häuser in den Fluss stürzten und die Leute ohne Eigentum zurückließ.

Weiterhin kämpfen die Anwohner am See schon jetzt mit Überschwemmungen, weil das Wasser nicht richtig abgeleitet wird. In der Regenzeit wurden auch schon Häuser in anderen Bezirken überschwemmt, weil kleinere Wasserreservoirs dort überliefen.

Kritiker des Projekts zeigen sich verständnislos, warum das gigantische Unternehmen überhaupt notwendig ist. Man hätte Shukaku 10 Hektar Land entlang der Eisenbahnlinie zu einem guten Preis verkaufen können, und die Stadtverwaltung hätte bis zu $ 200 Mio. einnehmen können, ohne die Umwelt auf dem Gewissen zu haben.

Der ganze Vertrag ist, wie es ein Parlamentarier der Sam Rainsy Partei gewagt hat auszusprechen, “ernstlich korrupt”. Der Entwicklungsplan war im Vorfeld nicht veröffentlicht worden, es gab auch keine öffentliche Ausschreibung, zu der sich andere Firmen hätten bewerben können. Die Verträge wurden still und heimlich unterzeichnet. Der Preis von $ 70 Mio. erscheint Ökonomen als zu billig.

Shukaku Inc. gehört dem Senator Lao Meng Khin, der Premierminister Hun Sen’s regierender Partei angehört und ihn in internationalen Angelegenheiten berät. Seine Frau ist die in Kambodscha wohlbekannte Besitzerin des Pheapimex-Konzerns.

Zurück zum See:
Schaut man heute von einer der Terrassen an der Lakeside auf den See, erhebt sich dort, wo vor einem Jahr noch die spiegelglatte Wasseroberfläche war, eine Sandbank aus dem Wasser. In der Ferne sieht man Bagger und Baumaschinen, wo vorher einige Stelzenhütten im See standen.

Die Guesthouses und Restaurants am See verzeichnen schon jetzt einen Umsatzrückgang zwischen 30 und 75 Prozent, weil viele Touristen dem See fern bleiben. Es wird kaum noch in die Gebäude investiert, weil niemand weiß, wie lange man noch bleiben kann. Die Geschäftsbetreiber erhalten keine Informationen darüber, wie die Gegend später aussehen soll und was geplant wird. Allerdings beginnt Shukaku Inc. bereits, Anwohner mit Geld zum Umzug zu bewegen. Hausbesitzer erhalten $ 8000 bar und 2 Mio. Riel, oder 2 Mio. Riel und eine kleine Wohnung im Dangkao Bezirk. Mehr als die Hälfte der Anwohner haben bereits akzeptiert und die meisten nehmen das Bargeld.

Sie wissen, dass sie gegen die Übermacht der Konzerne und des korrupten Staatsapparats sowieso nicht ankommen.

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Hello Phnom Penh

| Posted in Kambodscha |

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Am 08.01. sind wir mit dem Bus nach Phnom Penh gereist.

Phnom Penh ist keine Mega-Metropole wie Bangkok, und kein Must-See wie Angkor, es hat auch keinen Strand wie Barcelona – aus diesen und anderen Gründen halten sich dort nicht ganz so viele Touristen auf. Zudem haben wir einige Touristenmagneten erfolgreich vermieden, z.B. Nationalmuseum und Königspalast, die ich letztes Jahr schon mit Manuela abgefrühstückt hatte und die Diana sich aus Prinzip nicht anschauen wollte.

In Phnom Penh haben wir einiges richtig gemacht. Zuallererst haben wir ein gutes Guesthouse ausgesucht. Aus diversen Quellen hatten wir erfahren, dass die Lakeside nicht der Ort der Wahl ist. (Über die Lakeside bzw. den ‘Boeng Kak’ See berichte ich in Kürze). Wir fanden das Guesthouse “The Last Home” nahe Fluss und Nationalmuseum in einer relativ ruhigen Straße und fühlten uns dort gleich “at home”. Unsere Gastgeberfamilie beherbergt außer den Gästen auch einige Katzen und einen kleinen Bettvorleger von Hund, der ab und zu mit Shampoo gewaschen wird. Unser Zimmer ist im dritten Stock, so dass wir wieder viele Treppen laufen müssen, dafür ist es hell und luftig, und wir können den Balkon benutzen. Nur das Bad lässt etwas zu wünschen übrig (keine Toilette, kein warmes Wasser, keine Duschhalterung), aber das können wir bei einer Miete von 7$ pro Nacht verschmerzen.

Phnom Penh ist wie jede asiatische Stadt dreckig und anstrengend, deshalb haben wir uns einen entspannten Tagesablauf angeeignet. Nach dem Frühstück sitzen wir auf der Terrasse herum und lesen erst mal den Cambodia Daily. Dann sitzen wir an den Laptops und arbeiten/sichten Fotos/schreiben Blog-Beiträge. Ab 14 Uhr brechen wir dann ggf. zu Aktivitäten auf. Meist gehen wir zu Fuß, und zwar, wie ich oft das Gefühl habe, als einzige in der Stadt. Hier fährt jeder. Die breite Masse fährt Moped, die ärmeren Fahrrad, die reicheren Auto. Jeder der 2 Mio. Einwohner hat hier einen fahrbaren Untersatz, was wohl auch daran liegt, dass es kein öffentliches Nahverkehrsnetz in der Stadt gibt.

Zu den Aktivitäten der letzten Tage gehörten:
- Den Boeng Kak-See betrachten
- Ins Tuol-Sleng-Gefängnis (Genozid-Museum) gehen
- Shopping
- Kinder füttern auf der Müllkippe
- Olympiastadion besichtigen (nicht dass Phnom Penh jemals die olympischen Spiele gehabt hätte)
- Auf den Markt gehen

Einige Punkte will ich noch ausführlicher behandeln, deshalb hier zunächst ein paar Impressionen aus Phnom Penh.

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Angkor sehen und…

| Posted in Kambodscha |

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… löhnen. Wir haben uns mal wieder in das kostspielige Vergnügen gestürzt, die Tempel von Angkor zu betrachten. Zu diesem Zweck hielten wir uns 4 Tage in Siem Reap auf, der Stadt die an die Tempel grenzt.

Wer schon mal in Kambodscha war, würde bemerken, dass sich dort einiges getan hat. Die Straße vom Grenzübergang Poipet nach Siem Reap ist nun komplett geteert und spiegelglatt. Vorbei die Zeiten, da ansässige Bauern in der Regenzeit ein Zubrot verdienen konnten, indem sie mit dem Traktor festgefahrene Touristenbusse aus dem Matsch zogen. Auch Siem Reap Stadt und die Straße nach Kbal Spean ist jetzt vollständig geteert.

In Angkor wird fleißig weiter restauriert, gestützt und gebaut. Teile des Bayon sind gesperrt, und auf die Spitze von Angkor Wat darf man vielleicht nie wieder klettern. An der Westseite des Baphuon Tempels nimmt ein riesenhafter liegender Buddha langsam Gestalt an.

Außerdem hatten wir insgesamt das Gefühl, dass weniger gebettelt wird und vielleicht etwas weniger nachdrücklich die Worte “just one doooollar” ausgesprochen werden. Eine gute Entwicklung, die mitunter auch den überaus stark vertretenen NGOs und Hilfsprojekten zu danken ist.

Unten einige Impressionen, diesmal mit Kommentaren direkt unter jedem Bild.

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Koh Chang Animal Project

| Posted in Reportage, Thailand |

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Wie ein Engel sieht sie nicht aus, Lisa, US-Amerikanerin um die 50, wie sie in Shorts und OP-Hemd auf ihrer Terrasse steht, in der einen Hand eine Zigarette und in der anderen das Telefon, in das sie laut und langsam Thai-Wörter spricht, ab und zu unterbrochen von einem Schimpfwort auf englisch. Die Thais mögen ihr Temperament fürchten, aber für die Tiere ist sie der rettende Engel. Allemal ist sie auf Koh Chang bekannt wie ein bunter Hund.

Lisa leitet, oder besser, Lisa ist die Koh Chang Animal Foundation, die sich statt Foundation derzeit “Project” nennt, weil der offizielle Foundation Status von der Regierung noch nicht genehmigt ist. Lisa kam vor acht Jahren auf die Insel, um als Tauchlehrerin zu arbeiten. Als sie jedoch sah, in welch schlechtem Zustand die Hunde und Katzen auf der Insel waren, wollte sie etwas dagegen tun. 2002 gründete sie das Hilfsprojekt als nicht-profitables Unternehmen zur gesundheitlichen Versorgung von Tieren und zur Information der Bevölkerung. Seither kümmert sie sich um Tiere in Not, versorgt Wunden und impft. Fast jeden Tag kastriert sie Hunde und Katzen. Bei meinem Besuch konnte ich drei Kastrationen von weiblichen Katzen beobachten.

Viele Thais halten eine Katze oder einen Hund. Um die Tiere vor ungewolltem Nachwuchs zu bewahren, geben manche ihnen Medroxyprogesterone, ein Mittel, das Frauen alle drei Monate einnehmen, um nicht schwanger zu werden. Diese Maßnahme verfehlt allerdings ihre Wirkung, wenn der Zyklus nicht eingehalten wird. Wenn ein Tier dann trächtig wird, wird es häufig auf die Straße gesetzt, weil man sich nicht mit dem unvermeidbaren Nachwuchs auseinandersetzen möchte. Damit erfolgt der soziale Abstieg zum Straßenköter bzw. -katze und es folgen Verwahrlosung, Krankheiten und noch mehr Nachwuchs. Diesen Teufelskreis versucht Lisa zu durchbrechen. Sie macht sich dabei keine Illusionen. Trotz der vielen Operationen könne sie die Geburtenrate allenfalls vor dem Ansteigen bewahren, meint sie.

Ein anderes Problem ist die Fehlbehandlung von Krankheiten durch die Besitzer, wenn auch gut gemeint. Viele Leute geben ihren Tieren Paracetamol, wenn sie krank sind. Sie wissen nicht, dass das für die Tiere Gift ist, und sie rechnen auch nicht damit, dass eine Tablette, die für einen erwachsenen Menschen gedacht ist, für eine 3kg schwere Katze nicht ganz die richtige Dosis ist. So brachte man ihr einmal eine Katze mit einem auf das dreifache angeschwollenen Gesicht durch Paracetamol-Vergiftung. Lisa ließ sie drei Tage am Tropf, bis sie wieder normal war. Manche Tiere werden auch absichtlich vergiftet oder verstümmelt. Lisa hält ein Kätzchen, dem eine Vorderpfote fehlt. Es hatte versucht, einen Fisch zu stehlen, und die Fischfrau hatte ihm die Pfote abgehackt.

Lisa wird für ihre Dienste nicht immer bezahlt. Manche Leute können das Geld für die Behandlung nicht aufbringen, und manche wollen auch einfach nicht. Lisa weist dennoch niemanden ab, denn das Wohl der Tiere ist ihr wichtiger, sie sagt “Ich bin nicht für die Menschen hier, sondern für die Tiere”.

Der Operationssaal sieht alles andere als klinisch aus, ist es doch gleichzeitig auch Büro und Wohnzimmer. Überall liegen oder streifen Katzen herum, zugelaufene, kranke oder vom Besitzer nicht mehr abgeholte Tiere, die hier eine Bleibe gefunden haben. Trotzdem arbeitet Lisa hier hochprofessionell, mit den Mitteln die ihr zur Verfügung stehen. Sie konnte einige Firmen gewinnen, die ab und an Impfstoffe und Materialien spenden. Bei den Operationen unterstützt sie Dan, ein Schwede, der seit einem halben Jahr freiwillig bei ihr arbeitet. Bald muss er zurück nach Schweden. Was macht sie dann? “Komischerweise”, sagt sie, “taucht immer wieder aus dem Nichts jemand auf, der die Arbeit fortführt.” Hoffentlich bleibt ihr dieses Glück erhalten, damit die Tiere von Koh Chang auch weiterhin auf ihren rettenden Engel zählen können.

Info:
Das Koh Chang Animal Project befindet sich im Dorf Klong Son auf der thailändischen Insel Koh Chang.
Spenden werden garantiert dem richtigen Zweck zugeführt und werden dringend gebraucht, da die Organisation ohne offiziellen “Foundation” Status nicht in der Lage ist, öffentlich um Spenden zu werben. Benötigt wird auch Operationsmaterial und Medikamente. Weitere Infos unter http://www.kohchanganimalproject.org/

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Dschungel für Fortgeschrittene

| Posted in Thailand |

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Hoffentlich seid ihr alle gut ins neue Jahr gerutscht!
Wir hatten einen etwas abenteuerlichen Jahresbeginn, denn wir brachen wiederum zu einer Dschungeltour auf – diesmal 2tägig mit dem Ziel den höchsten Berg der Insel zu erklimmen, dort Silvester zu feiern, zu übernachten und am nächsten Tag wieder zurück zu laufen.
Am 31.12. machten wir uns in einer Gruppe von 6 Leuten auf den Weg. Ein Finne mit seiner thailändischen Freundin, eine Schweizerin auf Weltreise, unser inzwischen liebgewordener Dschungelführer Raht, Diana und ich. Dass es diesmal kein ganz so entspannter Spaziergang wird, wurde spätestens klar, als das Gepäck verteilt wurde. Jedem wurden 5 Liter Wasser zugeteilt, die man zum trinken, waschen und kochen brauchen würde, sowie Zelte für je 2 Personen. Zusammen mit meinem restlichen Gepäck hatte ich so bestimmt 11 kg zu schleppen.
Und dann der Aufstieg auf den Gipfel. Sowas wie Serpentinen hat man hier noch nicht erfunden, es ging also geradewegs steil den Berg hoch. Dieser ist dicht bewaldet, und links und rechts des Pfads stehen junge Bäume, an denen man sich festhalten und hochziehen kann. Ohne diese Bäume hätte mein Gepäck mich wahrscheinlich so nach hinten gezogen, dass ich geradewegs wieder runtergekugelt wäre. Nach dem ersten solchen Aufstieg standen wir auf einem kleineren Gipfel von wo aus wir unser endgültiges Ziel sehen konnten. Dazwischen allerdings eine Schlucht. Nun mussten wir auch noch einen steilen Felshang hinunter, wobei uns ein von einem Bäumchen herabhängendes Seil zur Hilfe kam. Nachdem hier alle mit dem Leben davongekommen waren, mussten wir noch einmal steil hinauf, und wir waren oben. Hier in ca. 700m Höhe war es deutlich kühler, und es gab viele wilde Orchideen und sogar fleischfressende Pflanzen.

Raht machte mit seiner Machete etwas Platz für die Zelte, und dann sammelten wir Holz und Steine für das Lagerfeuer. Nun konnten wir zum gemütlichen Teil übergehen. Die von mir hochgeschleppte Flasche Wein aufmachen, Geschichten erzählen und Erdnüsse und gerösteten Seetang knabbern. Und was unser Raht alles für uns herauf gebracht hat. Nudeln “Tom Yam” Geschmack in Bechern, die man mit heißem Wasser in Nudelsuppe verwandeln konnte. Kaffeepulver und Brot für das Frühstück, Reissuppe von Knorr, einen Topf, Holzkohle, Feuerwerkskörper und Wunderkerzen. Kein Wunder, dass der Arme ganz fertig war.
Es war ein schöner Abend, aber wir waren doch geschlaucht von dem anstrengenden Tag. So beschlossen wir, bereits um 11 Uhr abends die Feuerwerkskörper abzuschießen und schonmal im Geiste mit Australien mitzufeiern. Danach gingen wir ins Bett und verpennten den Jahresbeginn. Gegen 7 Uhr wachten wir auf und machten erst mal das Feuer an für Kaffee. Danach streiften wir etwas durch die Gegend, wo es einen wundervollen View Point gab, von dem aus man bis nach Kambodscha schauen konnte.
Als wir uns an den Abstieg machten, waren wir alle froh, 5-6 kg weniger Gepäck zu haben, und konnten uns beschwingt an den Bäumen herab hangeln. Nachdem wir auch den Felsaufstieg am Seil wieder alle überlebt hatten, machten wir noch einen Abstecher zu einem Bergbach, wo wir in einem kleinen Pool schwimmen konnten. Nun packte der Finne eine Taucherbrille aus. Wir mussten darüber lachen, dass er zur Gipfeltour die Taucherbrille eingepackt hatte, aber dann wollte sie doch jeder mal ausprobieren. Es war ein tolles Erlebnis. Unter Wasser sah der Waldboden mit den braunen Blättern fast genauso aus wie über Wasser. Große Bäume am Rand des natürlichen Felsbeckens streckten ihre kleinen Wurzeln ins Wasser und Fische schwammen umher. Das Wasser war ganz klar und hatte vielleicht 20 Grad – was für eine Erfrischung nach der anstrengenden Tour. An diesem Abend freuten wir uns sehr auf ein gebratenes Hähnchen und unser weiches Bett.

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