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Im Dschungel

| Posted in Thailand |

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Der Dschungelkönig von Koh Chang – endlich stand er leibhaftig vor uns. Seit wir den Artikel in der ZEIT über den Monkey Man gelesen hatten, wollten wir nur ihn und keinen anderen an unserer Seite, wenn wir in den Dschungel von Koh Chang eintauchen. Bei jeder Gelegenheit fragten wir Leute, ob sie denn den Monkey Man kannten und ernteten nur Kopfschütteln. Dann endlich wusste eine Frau von einer Reiseagentur was – und sie zauberte den Prospekt hervor von Raht, dem Monkey – äh nein, Jungle Man! So nennt er sich nämlich. Kleiner Fehler der ZEIT-Redaktion oder journalistische Freiheit?

Raht kutschierte uns erst mal ganz un-könighaft mit einem Truck zum Anfang des Dschungelpfads. Dann sprühte er uns mit Moskitospray aus Pumpsprühflaschen ein und teilte uns Proviant zu – Eine Flasche Wasser, ein Softdrink (Nescafe oder Red Bull), ein Schokoriegel und ein Reisgericht. Dann klärten wir kurz die Nationalitäten der Anwesenden – eine französische Familie, eine norwegische Familie, ein deutsches Pärchen, ein holländisches Pärchen, und ich – allein, denn Diana war erkältet und wollte die Strapazen nicht auf sich nehmen.

Nun endlich konnte es losgehen. Wir gingen auf schmalen Pfaden bergauf. Häufig blieben wir stehen, damit Raht uns etwas erklären konnte. Das war gut, denn beim Wandern musste man ständig auf den Boden schauen, damit man nicht stolperte. Zuerst passierten wir zahlreiche Kautschuk-Bäume, die eingeritzt waren, so dass ihr weisser Kautschuksaft in dafür aufgestellte Behälter tropfte. Dann kamen wir durch einen Bambus-Wald, der mit seinen senkrecht wachsenden Stengeln aussah wie ein überdimensionales Mikadospiel. Zwischendurch zeigte Raht uns z.B. wie man an einer Affenleiter (Liane) hochklettert oder welche Pflanzen man gegen Malaria kaut. Alle waren guter Laune und sorgten mit fröhlichem Getrampel und Geschrei dafür, dass kein wildes Tier (und auch sonst kein Tier) uns zu nahe kam. Plötzlich aber ermahnte Raht uns, still zu sein. Keine 7 Meter entfernt, sagte er, gebe es eine Tarantel und wenn wir ganz vorsichtig hinschleichen, könnte er sie uns zeigen. Oh Schreck! Ich hatte den Gedanken, dass es hier Vogelspinnen gibt, bis zuletzt erfolgreich verdrängt, und nun sollte ich bis auf wenige Meter an das Tierchen heranschleichen! Aber vielleicht könnte ich hier meine Spinnenphobie besiegen. Als wir ankamen, sahen wir erst mal nur die Höhle, ein ordentliches rundes Loch von etwa 5cm Durchmesser, mit Spinnenfäden verschlossen. Raht riss ohne viel Aufhebens die Tür mit einem Zweiglein weg. Dann steckte er den Zweig in die Höhle hinein und zog ihn zurück, so etwa wie man mit einer Katze spielt. Auf einmal kam das Tierchen dann raus. Es stellte sich an der Türschwelle auf, streckte 4 Arme hoch und machte eine Drohgebärde, die soviel sagte wie “Du kommst hier net rein”. Raht, der natürlich am nächsten dran war, liess sich jetzt von jedem die Kamera geben und machte je ein Foto von dem Biest. Danach verzog es sich wieder in seiner Höhle und wir gingen weiter. Ein Glück hatte auch ich die Begegnung gut überstanden, aber Raht erzählte, manchmal sei die Spinne auch schon aus der Höhle raus und in die Meute reingesprungen. Ich kann mir den Tumult danach gut vorstellen.

Unser Weg wurde jetzt steiler und erforderte etwas Klettertechnik. Dann kamen wir an einen kleinen Wasserfall, der aus etwa 10m herunterstürzte in ein schmales Felsenbassin, das wiederum 9m tief ist. Hier konnten wir nach Herzenslust planschen und von den Felsen hinunterspringen. Das Wasser war angenehm kühl und klar. Schön erfrischt machten wir uns wieder an den Abstieg. Es konnten noch zwei Tiersichtungen vermerkt werden. Eine kleine grüne Schlange, die im Geäst sass, und eine kleine Katze, die schreiend an unserem Mittagspausenplatz wartete. Wie diese Katze in den Dschungel gekommen ist, war mir schleierhaft, aber offensichtlich wollte sie wieder raus. Nachdem sie von meinem Mittagessen schon das ganze Hähnchen und Ei und sogar Tofu und Reis gegessen hatte, fühlte sie sich etwas besser. Raht meinte, ich solle sie dalassen, er würde sie füttern wenn er vorbei kommt. Aber als wir aufbrachen, warf ich sie mir über die Schulter und nahm sie mit. Die Katze klammerte sich an mir fest und schaute neugierig in die Gegend, machte aber keine Anstalten, wegzulaufen. Als ich sie am Boden absetzte, lief sie neben mir her wie ein Hund. Ich hatte sie nach kurzer Zeit liebgewonnen und überlegte schon, wie ich sie auf meiner Reise weiter mitnehmen könnte, vor allem am Grenzübergang nach Kambodscha. Als wir dann an die erste Siedlung kamen, ein paar ärmliche Häuser von Kautschuksammlern, fragte Raht die anwesenden Kinder, ob sie die Katze aufnehmen wollten. Sie grapschten sich das Tier gleich und so liess ich sie dort schweren Herzens zurück.

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Jungle Life

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Vielen Dank für die vielen Weihnachtsgrüße!
Hier ein paar weitere Impressionen von Koh Chang, darunter einige Sonnenuntergänge, Straßen, das Fischerdorf Bang Bao und unser offizielles Weihnachtsfoto.
Morgen brechen wir in den Dschungel auf, und zwar zu dieser Tour: http://www.zeit.de/reisen/2009-12/thailand-ko-chang
Wir haben keine Kosten und Mühen gescheut, um den Monkey Man aus dem Zeit-Artikel zu finden, und morgen nimmt er uns mit in den Wald!

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Ko Chang

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Seit dem 19.12.2009 sind wir auf Ko Chang, eine Insel im Golf von Thailand nahe der kambodschanischen Grenze. Die Reise dorthin dauerte ca. 12 Stunden, obwohl die Entfernung nicht allzu gross ist. Man muss aber zunaechst mit dem Ueberland-Bus 350 km von Bangkok nach Laem Ngop, dann mit der Faehre uebersetzen, und auf der Insel mit Sammel-Taxi zum gewuenschten Ziel kommen. Unser Ziel war Bai Lan Bay, weil sich das im Reisefuehrer gut angehoert hat. Ko Chang ist keine Insel wie jede andere. Bis in die 90er Jahr militaerisches Sperrgebiet, besteht sie praktisch komplett aus undurchdringlichem Dschungel. Es gibt nur eine Strasse an der Kueste entlang, die einmal rum fuehrt. Im Inneren der Insel gibt es keinerlei Strassen oder Siedlungen. Deshalb hat sich dort eine Fauna und Flora erhalten, die auf dem Festland gar nicht mehr zu finden ist. Leider oder auch zum Glueck ist die Insel jetzt dem Tourismus zugaenglich, und an der Kueste, vor allem an den schoenen Straenden, wurden viele Resorts gebaut. Dass man Ko Chang im Reisefuehrer als “naechstes Phuket” bezeichnet, hat mich schon vor der Ankunft deprimiert. Aber gluecklicherweise ist es von Phuket doch noch meilenweit entfernt, und der Urwald wurde zum Naturschutzgebiet erklaert. Ich habe noch nie den Urwald so nah gespuert. Unser “Hotel” besteht aus Huetten am Hang, und weil wir die letzte noch freie Huette bekommen haben, muessen wir besonders weit hoch klettern. Das hat allerdings den Vorteil, dass wir uns auf unserer Terrasse inmitten von tropischen Baumwipfeln wiederfinden, zwischen denen weiter hinten das Meer zu sehen ist. Die Huette ist offen, d.h. ueberall gibt es Belueftung, und auch die Waende bestehen nur aus einem Palmengeflecht. Das ist sehr angenehm und viel besser als Klimaanlage, ausserdem hoeren wir so die Dschungelgeraeusche nachts. Es zirpt und zwitschert die ganze Nacht. Abends jagen Fledermaeuse zwischen den Baeumen. Morgens hoeren wir ein Vogelkonzert.
Wenn wir in den naechsten Ort “Lonely Beach” wollen, muessen wir ca. 300m an der Strasse entlang gehen. Nachts ist sie nicht beleuchtet, so dass wir immer Taschenlampen dabei haben. Die Strasse ist sehr huegelig und kurvig, Autos und Mopeds kriechen die Anstiege hoch, und rollen dann schwunghaft wieder hinunter.
An diesem schoenen Ort werden wir noch ein paar Tage bleiben. Zunaechst sind wir mit einen Tauchkurs beschaeftigt (Padi Open Water Diver), und dann wollen wir natuerlich noch in den Dschungel.
Am 24.12. werden wir unseren Tauchkurs abschliessen und haben dann was zu feiern, abgesehen von Weihnachten natuerlich.
Von hier aus wuensche ich schon mal euch allen Frohe Weihnachten!

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Toepfern, Thai-Massage und Traffic

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In den letzten Tagen haben wir weitere Abenteuer in Bangkok erlebt. Diana hat mir die Stadt gezeigt, in der sie vor 4 Jahren ein halbes Jahr gelebt hat.
Wir waren auf Ko Kret, eine Insel noerdlich der Stadt im Fluss Chao Phraya, die fuer ihre Toepfereien bekannt ist. Die Insel ist bei Touristen kaum bekannt. Deshalb sahen wir, an der Endhaltestelle des Linienbootes angekommen, zunaechst keine Moeglichkeit, auf die Insel zu kommen. Dann sprach uns eine Gruppe von Frauen an, die ebenfalls vorhatten, diese Tour zu machen, und dazu schon ein Boot gechartert hatten. Wir schlossen uns der Gruppe an. Es waren 5 Frauen aus unterschiedlichen Orten in Thailand, die sich vor 40 Jahren beim Lehrerinnen-Seminar in Bangkok kennengelernt hatten. Jetzt waren sie in Rente und haben sich in Bangkok wieder getroffen, um den Urlaub gemeinsam zu verbringen. Eine der Frauen konnte ganz gut englisch und sie kuemmerte sich sehr nett um uns und erklaerte und uebersetzte uns alles.
Die Insel war sehr idyllisch, und wir konnten bei der Herstellung von Tontoepfen zuschauen, aber komischerweise waren die meisten Geschaefte geschlossen. Anschliessend bekamen wir die Moeglichkeit, die Fische zu fuettern. Dazu konnte man sich an einem Stand ein Weissbrot oder eine Tuete Trockenfutter kaufen und zuschauen wie sich die fetten Welse im Wasser um die Brocken balgten. Wie man uns erklaerte, ist das Fische-fuettern aehnlich wie das Voegel-freilassen eine buddhistische Tradition, um “Verdienst anzuhaeufen”.
Am Abend goennten wir uns eine Thai Massage und einen Frisoerbesuch. Ich habe jetzt eine Thai Frisur!

Mittlerweile habe ich auch mal die Rush-Hour einer 10-Millionen-Stadt erlebt. Vorgestern um 16:00 kamen wir aus dem Wat Po und hatten gerade nichts zu tun, also setzten wir uns in einen Bus, um zum Siam Square zu den Shopping Malls zu fahren. (Es war die Linie 47, “sii-jet” wie ich bereits gelernt habe). Die Strecke betraegt ca. 5 km. Nach kurzer Zeit fiel mir auf, dass es nicht besonders schnell voran geht. Nach etwa 30 min. hatten wir hoechstens 1 km geschafft. Als wir an einen Verkehrsknotenpunkt kamen, ging ueberhaupt nichts mehr. Die Verkehrsteilnehmer denken nicht im Traum daran, den Motor abzustellen, immer bereit, in eine eventuell sich auftuende Luecke vorzustossen. So konnten die Abgase ungehindert durch die offenen Fenster eindringen, was das Atmen trotz vors Gesicht gehaltenem Schal etwas unangenehm machte. Ich frage mich bei dieser Gelegenheit immer wieder, ob und wie sehr diese Gesichtsmasken von Nutzen sind, die die Asiaten gerne auf der Strasse oder bei Schweinegrippegefahr tragen. Nach etwa 60 min. gaben wir auf und verliessen den Bus, um zu Fuss nach Hause zu gehen.

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Ankunft in Bangkok

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Die Anreise nach Bangkok bestand in einem ereignislosen Flug über Bahrain. Da es kaum Entertainment gab, vertrieb ich mir die Zeit mit dem Versuch die Menükarte auf arabisch zu lesen und mit meinem neuen Buch “Das Ende ist mein Anfang” von Tiziano Terzani (schon halb fertig). Diana holte mich in Bangkok am Flughafen ab, obwohl sie dafür recht früh aufstehen musste. Danach waren wir beide müde und legten uns erst mal hin. Wir wohnen in einer Seitenstraße der Khao San Road, der Rucksacktouristen-Meile schlechthin. Keiner hat dort so einen tollen Koffer wie ich ;) .

Die ersten zwei Tage in Bangkok verbrachten wir ziemlich ruhig. Wir besuchten den Lumpini-Park, wo die Reichen ihre Joggingrunden drehen, und die Shopping-Malls um den Siam Square, wo die Reichen ihr Geld loswerden. Wir haben uns jedoch weder sportlich betätigt, noch wurden wir Geld los, außer beim Essen und Taxifahren. Gestern waren wir in einem Barbecue-Restaurant, wo man ein Gerät auf den Tisch bekommt, das aus einer gewölbten Metallplatte mit einer Rinne außen rum besteht. Dort wird Brühe eingefüllt. Auf der Metallplatte grillt man Fleisch und Fisch, und in der Brühe kochen die Gemüse. Nach einigem Üben hat es auch ganz gut geschmeckt.

Vor einigen Tagen hatte ich mich gewundert, dass ich noch gar nicht “Last Christmas” im Radio gehört hatte. Das habe ich jetzt nachgeholt. In den Shopping Malls dudeln den ganzen Tag Weihnachtslieder, und die Dekoration ist auch sehr einfallsreicht. Die Thais fotografieren sich gern gegenseitig in Gesellschaft von Schneemännern und als Nikoläuse verkleideten Pandabären.

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Abschiedsparty

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Endlich ist DER TAG gekommen. In letzter Zeit war ich nicht so locker. Es gab so viel zu erledigen, ich hatte ständig Angst, dass irgendwas schief geht oder ich etwas vergesse. Ich musste dran denken jeden zu verabschieden. Ich musste immer wieder dieselben Fragen beantworten, obwohl ich manche Antworten noch gar nicht hatte. Am Samstag folgte dann eine große Abschiedsparty. Alle die da waren sah ich nun vorerst zum letzten Mal. Am Sonntag morgen durfte ich zum ersten und definitiv letzten Mal in diesem Winter Schnee sehen. Ich war froh darüber und ging in den Wald spazieren. Dann packte ich meine Sachen fertig ein und wurde etwas gelassener. Nun würde alles sich fügen.

Danke für die lieben Wünsche und Geschenke, die alle noch ins Gepäck gepasst haben! :-)
Es war wirklich schön mit Euch zu feiern!!!

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Die Vorbereitung

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You take the blue pill, the story ends, you wake up in your bed and believe whatever you want to believe. You take the red pill, you stay in Wonderland, and I show you how deep the rabbit hole goes.

Nachdem meine Freundin Di und ich ungefähr ein Jahr lang geplant und vorbereitet und überlegt und gelesen haben, sind wir bereit für das Abenteuer – WELTREISE 2010!

Was ist eine Weltreise?
Wenn man nicht jeden Kontinent besucht, ist es keine Weltreise?
Doch! Wir wollen ja in die Welt reisen, und nicht über sie.
Weltreise ist, frei zu sein, zu tun was man will und keinem geregelten Tagesablauf nachzugehen.
Während der Vorbereitungszeit ist mir vor allem aufgefallen, dass viele Menschen zu dem Thema eine Meinung hatten, weil sie sich z.B. selbst schon mal mit dem Gedanken getragen hatten, so etwas zu machen. Das hat mich vielmals überrascht. Offenbar träumen viele Leute davon, eine Weltreise zu machen, trauen sich aber nicht. Auch die Überwindung gehört zu einer Weltreise. Das vertraute Nest verlassen und sich neuen Herausforderungen stellen.

Das Reisen
Reisen hatte solange ich denken kann, immer einen hohen Stellenwert in meinem Leben. Aber das richtige Reisefieber packte mich, als ich während des Studiums für ein Semester nach Indonesien ging. Ich beschloss, wieder eine große Reise zu machen, sobald ich es mir leisten konnte. Dieser Moment ist jetzt gekommen. Seit der Indonesien-Reise sind 6 Jahre vergangen, in denen ich fertig studiert, gearbeitet und Geld gespart habe.

Die Route
ist grob geplant, aber nichts davon ist fix. Wir lassen uns überraschen!


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